5. Juni 2007 Gerd Schlupp

Gegen Profitgier - Für Menschenwürde im Alter

„Wir brauchen für Solingen eine umfassende bedarfsgerechte Gesamtplanung. Es geht dabei keineswegs nur um die künftige Versorgung Pflegebedürftiger. Bei allen Überlegungen müssen auch die Interessen der „fitten“ Senioren berücksichtigt werden. Eine bloße Fortschreibung der bisherigen Pflegebedarfsplanung reicht nicht mehr aus!

 

Nötig ist vielmehr ein Zukunftskonzept, das alle Aspekte einer seniorengerechten Stadt umfasst. Ob Freizeit, Kultur, Mobilität oder Wohnen, alles gehört auf den Prüfstand. Wir müssen wissen was sich Senioren wünschen. Deshalb muss am Anfang eine Bestandsaufnahme stehen, an der möglichst viele Senioren beteiligt werden! Darüber hinaus sollten alle städtischen, gemeinnützigen, konfessionellen und privaten Akteure der Seniorenarbeit mitwirken. Auf dieser Grundlage kann dann ein „Zukunftskonzept“ erstellt werden, das diesem Anspruch wirklich gerecht wird.

 

Bei der Pflegebedarfsplanung sollte der Trend „weg vom Heimaufenthalt“ konsequent berücksichtigt werden. „So lange wie möglich zu Hause bleiben“, dieser Urwunsch der meisten alten Menschen muss die Maxime aller Planungen sein! Alle Möglichkeiten die Heimunterbringung zu vermeiden oder zumindest zu verzögern, sollten Priorität haben. Bei der Diskussion über alternative ambulante Wohn- und Pflegemodelle sind auch Ideen und Konzepte anderer Städte ins Auge zu fassen. Die Situation der Altenheime darf jedoch deswegen keinesfalls vernachlässigt werden! Bezüglich der Finanzierung von Projekten und Maßnahmen muss sich die Stadt einen Überblick über denkbare Fördermittel von EU, Bund, Land oder LVR verschaffen.

 

Die Erstellung eines Zukunftskonzeptes ist sicher aufwendig und nicht von heute auf morgen realisierbar, aber es lohnt sich. Wir meinen, mit einer Fülle von meist unkoordinierten Einzelaktivitäten wie bisher wird es nicht gelingen die Zukunft für Senioren in Solingen zu meistern!

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Gerd Schlupp