19. November 2007 Vorstand

Bergische Großstadt: Noch keine Entwarnung

„Als wir vor Monaten darauf hingewiesen haben, dass eine Entwicklung droht, die Solingen zum Teil einer bergischen Großstadt macht, wurde das ignoriert,“ erklärt die Vorsitzende von DIE LINKE Karina Ossendorff.

 

„Spätestens jetzt, nachdem Wuppertals OB Jung auf dem parlamentarischen Abend der IHK indirekt für eine bergische Großstadt plädierte, dürfte jedem klar sein, wie berechtigt unsere Warnung war,“ meint Ossendorff.

 

„Obwohl OB Haug nach langem Zögern nun endlich klargestellt hat, dass er eine bergische Großstadt ablehnt, besteht kein Grund zur Entwarnung. Denn mit Regierungspräsident Büssow, OB Jung und IHK-Präsident Sträter gibt es einflussreiche Befürworter dieser Idee,“

bekräftigt Gerd Schlupp.

 

Schlupp weiter: „Die Spitzen der Solinger Parteien sollten dem Beispiel Haugs folgen und nochmals ihre Position präzisieren. Das gilt besonders für SPD-Fraktionschef Lauterjung! Denn er hat sich im Januar 2007 ganz ähnlich wie OB Jung geäußert. Lauterjung damals u.a.: „Eine gewollte Fusion der Städte kommt viel zu früh“ (ST 13.01.07)“

 

„Die Absagen an eine bergische Großstadt nützen allerdings nichts, wenn die Eigenständigkeit Solingens zwar formal gewahrt bleibt, jedoch de facto durch eine Kooperationsflut untergraben wird. Denn damit hätten „Superstadtbefürworter“ wie IHK-Präsident Sträter ihr Ziel doch noch erreicht. „Sein erklärtes Motto: ‚Immer ein bischen mehr‘ führt zur bergischen Großstadt durch die Hintertür,“ warnt Schlupp.

 

„Trotz aller Finanznot gilt es auch über den Tag hinaus zu denken! Eine Grundsatzdiskussion über positive und negative Aspekte immer zahlreicherer Kooperationen ist längst überfällig und wurde bisher auch von den Oppositionsparteien verschlafen. Um diese Diskussion anzustoßen sollte OB Haug nicht nur den Rat, sondern auch die Öffentlichkeit über den vollen Umfang aller kurz- und mittelfristig geplanten Kooperationen informieren,“ fordern die beiden Parteivorsitzenden der LINKEN.