21. Februar 2008 Gerd Schlupp, Carsten Stoffel

Karstadt-Abriss: Alternativen prüfen!

„Bezüglich der Planungen für das neue Einkaufszentrum am Graf-Wilhelm-Platz warnen wir nachdrücklich vor übereilten Entscheidungen“, so LINKE-Vorsitzender Gerd Schlupp und sein Stellvertreter Carsten Stoffel.

„Nach der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses scheint die Zustimmung einer Ratsmehrheit für die HLG-Pläne bereits im Grundsatz festzustehen“, so Schlupp und Stoffel weiter. „Auch wenn die abzureißenden Gebäude städtebaulich nicht der schönste Teil Solingens sind, sollte man doch aus den Bausünden der Vergangenheit lernen und das Risiko folgenschwerer Fehlentscheidungen minimieren. So ist unter anderem schon bei der angedachten Dimension zu bedenken, ob es nicht bei begrenzter Kaufkraft der Solinger Bevölkerung zu einem zu starken Verdrängungswettbewerb mit den bisher ansässigen Einzelhändlern in der Innenstadt kommt.“<//font>

„Aber es geht nicht nur um die Perspektive des anvisierten Einkaufszentrums. Es geht um mehr. Es geht letztlich darum, ob sich Bürger und Politik mit einer einzigen, von einem Großinvestor konzipierten Lösung abfinden müssen, oder ob Raum für die Prüfung von Alternativen bleibt! Schließlich handelt es sich bei dem Karstadt-Gelände nicht um irgendeinen Hinterhof unserer Stadt.“<//font>

 „Wir fordern deshalb Politik und Verwaltung auf, sich nicht auf kleine Modifikationen zu beschränken, sondern sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für die Erarbeitung von Alternativmöglichkeiten einzusetzen. Das HLG-Projekt darf nicht das einzige Planungsmodell für die Zukunft des Graf-Wilhelm-Platzes bleiben! Die Stadt muß bei Gebäudedimension und Vermietungen und der Gestaltung des Außenbereiches ein Mitspracherecht haben.“<//font>

 „Bei alternativen Überlegungen könnte auch ein vor einiger Zeit vom BDA (Bund Deutscher Architekten) Bergisch Land ins Gespräch gebrachter Vorschlag realisiert werden. Durch Einrichtung eines mit unabhängigen Architekten, Stadt-, Garten- und Landschaftsplanern besetzten „Gestaltungungsbeirates“ wäre ein wichtiger Rat- und Ideengeber vorhanden. Eine Idee, die sich übrigens bereits in anderen Städten bewährt hat.“