Immer mehr Städte ergreifen die Initiative und richten ein Fahrradleihsystem ein. Dazu LINKE Vorsitzender Gerd Schlupp und sein Stellvertreter Carsten Stoffel:
Die negativen Folgen des Autoverkehrs für Mensch und Umwelt sind mittlerweile unstrittig. Auch steigende Benzinkosten zwingen zum umdenken. Neben dem ÖPNV, können Fahrräder eine preisgünstige Alternative sein. Jeder Weg ohne Auto ist ein Gewinn für Mensch, Umwelt und die Geldbörse!
Ausgerechnet die im Autoverkehr erstickende Metropole Paris hat es vorgemacht. Obwohl die Stadt zum Radfahren denkbar ungeeignet erscheint, hat die Stadtverwaltung die Initiative ergriffen und ein engmaschiges Leihsystem für Fahrräder geschaffen. Heute, ein Jahr später, werden die Leihfahrräder, die für eine Gebühr von 1Euro pro Tag oder 5 Euro pro Woche zu mieten sind von 200 000 Einwohnern genutzt.
Natürlich ist dieses Modell nicht einfach auf andere Städte übertragbar. Aber die Grundidee macht auch in Deutschland Furore. Städte wie Bielefeld, Offenbach, oder Frankfurt haben bereits ein auf ihre Stadt zugeschnittenes System etabliert. In Düsseldorf ist diese Woche der Start erfolgt. In Hamburg läuft die Ausschreibung für ein Großprojekt.
Verleihsysteme werden sowohl von Privatfirmen als auch von der DB angeboten. Je nach System entstehen den Städten keine, oder nur geringe Kosten. Bei einem größer dimensionierten Verleih, könnte die notwendigen Reparaturen und Wartungen der Fahrräder sogar zur Schaffung von Arbeitsplätzen für Langzeitarbeitslose oder behinderten Menschen genutzt werden.
Es wird höchste Zeit, das Fahrrad nicht nur als Freizeitgerät, sondern auch als Nahverkehrsmittel für den Arbeitsweg, Einkäufe und kleine Besorgungen zu entdecken. Auch mit Blick auf den Tourismus, ist die Idee der Leihfahrräder sicher interessant. Politik und Verwaltung sollten sich die Erfahrungen anderer Städte sorgsam ansehen und dann mit den Überlegungen für ein Solinger Modell starten!