Zum Jahrestag des Brandanschlages erklären die Vorsitzenden der Partei DIE LINKE. Karina Ossendorff und Gerd Schlupp folgendes:
„Die vielfältigen Bemühungen der Stadt und zahlreicher Bürger sicherzustellen, das die schrecklichen Taten nicht in Vergessenheit geraten, sind ein gutes Zeichen für den Zusammenhalt in unserer Stadt.
Allerdings bleibt unverständlich, weshalb in Solingen im Gegensatz zu anderen Städten immer noch keine Strasse nach einem der Opfer benannt worden ist.
Seit 1993 setzen sich viele Mitbürger verschiedener Nationalitäten verstärkt für ein friedliches Miteinander ein. Diese positive Entwicklung darf nicht durch rechtsextreme Gruppierungen wie NPD oder Pro NRW gefährdet werden!
Der Jahrestag sollte darüber hinaus aber auch für jeden persönlich ein Anstoß sein, über das tägliche Miteinander nochmals selbstkritisch nachzudenken. Denn Vorurteile, Abneigungen und Abgrenzungen entstehen nicht zuletzt, sondern zuerst im Alltag.
Auch die Politik ist gefordert. Ein Verbot rechtsextremer Parteien gehört auf die Tagesordnung. Die Integrationsbemühungen sind zu verstärken. Flüchtlinge aus anderen Ländern brauchen einen gesicherten Aufenthaltstatus. Es muss Schluss sein mit einer Politik, die massenhaft Angst vor dem sozialen Abstieg produziert und dadurch die Gesellschaft anfälliger für rechtsextremes Gedankengut macht!“