„Auf Grund verschiedener Faktoren wächst die Zahl behinderter Menschen in Solingen. Die durch eine Überbelegung des Adolf-Kolping-Heimes ausgelöste Diskussion zeigt, das offensichtlich eine Bestandsaufnahme der Wohnsituation nötig ist“, so die Vorsitzenden der LINKEN Karina Ossendorff und Gerd Schlupp.
„Dabei sind allerdings voreilige Schlussfolgerungen wie die Forderung nach mehr Heimplätzen unangebracht. Zunächst muss eine exakte Bedarfsanalyse durch LVR, Stadt, freie Träger und Interessenvertretern behinderter Menschen erfolgen. Bei den sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen muss der Erhalt und die Förderung einer selbstständigen Lebensführung im Mittelpunkt stehen“, meinen Ossendorff und Schlupp weiter. Das oberste Ziel lautet dabei: „Daheim statt Heim“!
Sowohl LVR und Stadt gehen davon aus, das ein beträchtlicher Teil der behinderten Menschen die jetzt in Heimen sind auch in Wohngruppen leben könnte. „Was ist die Ursache für diese Situation?“ fragen die Politiker der Linkspartei. „Reichen die räumlichen und personellen Möglichkeiten im ambulanten Bereich nicht aus?“ „Werden andere Optionen, wie der von der Behindertenbeauftragten der NRW Landesregierung empfohlene „dritte Weg“, nämlich die Unterbringung in Gastfamilien in Solingen überhaupt konsequent genutzt?“ „Sind die Betroffenen umfassend und offensiv darüber informiert worden, das es seit Januar 2008 eine ganz neue Möglichkeit der Teilhabe gibt, das sogenannte „persönliche Budget“?“
Mit der Einführung dieser neuen, gesetzlich verankerten Leistung, erhalten behinderte Menschen anstelle von Dienst und Sachleistungen ein eigenes Budget und können so selbst über Art und Umfang der Hilfen entscheiden. Damit steigen die Chancen für ein Leben in den eigenen vier Wänden.
„Wir hoffen“ so Ossendorff und Schlupp, „das die zuständigen Ratsgremien die Vorgänge im Adolf-Kolping-Heim zum Anlass nehmen, sich intensiv mit der Wohnsituation von behinderten Menschen zu befassen.“