Zur Diskussion um die Veröffentlichung der Gehälter von Sparkassen -Vorständen erklären die Vorsitzenden der Linkspartei Karina Ossendorff und Gerd Schlupp:
"Ein Passus im neuen Sparkassengesetz NRW, der die Offenlegung der Gehälter von Sparkassen - Vorständen fordert, verstößt möglicherweise gegen das bundesweit geltende Handelsrecht.
Trotzdem haben wir für das Verhalten des Solinger Sparkassen -Chefs kein Verständnis, denn eine Veröffentlichung seines Gehaltes ist auf freiwilliger Basis jederzeit möglich.
Offenbar fehlt Ihm das richtige Verständnis für die Vorbildfunktion die ein öffentliches Geldinstitut ausüben sollte.
Seine Weigerung, dem kürzlich erfolgten Ratsbeschluss zur Offenlegung der Gehälter zu entsprechen, ist ein offener Affront!
Seine Wiederwahl durch den Rat, war von daher verfrüht und inkonsequent.
Transparenz muss für alle gelten, deshalb sollte auch der Verwaltungsrat der Stadtsparkasse in dem Politiker von CDU, SPD, BfS, FDP, und GRÜNEN sitzen, öffentlich klarstellen, wieviel Geld es für die Teilnahme an Verwaltungsratssitzungen gibt, und welche Leistungen dafür dort eigentlich erbracht werden.
Außerdem stellt sich die Frage, ob es für Vorstands,- und Verwaltungsratsmitglieder der Stadtsparkasse noch andere Vergünstigungen wie z.B. zinsgünstige Kredite gibt.
Das Transparenzgebot muss darüber hinaus auch für andere Spitzenjobs in den Gesellschaften der Stadt z.B.den Stadtwerken oder der Beteiligungsgesellschaft gelten.
Es geht jedoch nicht nur um Transparenz, und erst recht nicht um eine "Neiddebatte". Die entscheidenden Fragen lauten vielmehr: Stimmt die Relation von Leistung und Bezahlung? Hält das Verhältnis von Spitzengehältern und Durchnittslöhnen im selben Unternehmen noch normalen moralischen Maßstäben stand?
Fragen, die nicht nur mit Blick auf Großkonzerne und Großbanken von gesellschaftlicher Bedeutung sind!"