Bärbel Beuermann, Fraktionsvorsitzende und Europapolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW, findet anlässlich des 70. Jahrestages des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion am 22. Juni klare Worte: „Dieser Mittwoch ist für die meisten von uns ein denkbar normaler Tag, für Andere hingegen weckt er Erinnerungen an das wohl schlimmste Kapitel ihres Lebens. Der Angriffskrieg gegen die Sowjetunion reihte sich ein in eine Vielzahl von deutschen Aggressionen, die seit 1938 die europäische Politik dominierten.“Die Qualität dieser Offensive allerdings sei eine neue gewesen: Ein Krieg, der explizit als Vernichtungskrieg gegen die russische Bevölkerung konzipiert und geführt wurde, sei nicht einfach „eines der zahllosen Verbrechen der Hitler-Regierung“. Die aktive und engagierte Pazifistin Beuermann bedauert aufrichtig, dass dieser Tag in der deutschen Erinnerungskultur praktisch keine Rolle spielt. „Dies ist umso beschämender, als die ideologische Verklärtheit des Kalten Krieges eine Aufarbeitung verhindert hat, die dringend notwendig gewesen wäre. Zivilbevölkerung und kriegsgefangene Soldatinnen und Soldaten der Roten Armee wurden in schier endlosen Zahlen der deutschen Wirtschaft als Sklaven zur Verfügung gestellt“, so Beuermann.„Erinnerungsarbeit an dieser Stelle bedeutet für mich auch, dass endlich und angemessen Entschädigungsleistungen für jene wenigen Überlebenden bereitgestellt werden.“ Zudem fordert die Fraktionsvorsitzende, dass das Leben und das Schicksal dieser Millionen Menschen in der offiziellen Erinnerungskultur der Bundesrepublik endlich eine respektvolle, würdevolle Beachtung erfährt. „Es fehlt den politisch Verantwortlichen in diesem Land aber mehrheitlich offensichtlich der Wille zu beidem.“Die Abgeordnete unterstützt vor diesem Hintergrund auch die Forderungen, die die Initiative „Vergessene Opfer des Vernichtungskrieges gegen die Sowjetunion“ jüngst im Memorandum „Aus dem Schatten der Erinnerung“ zusammengefasst hat. (http://www.stiftung-evz.de/presse/pressemitteilungen/jahr-2011/memorandum-70-jahre-ueberfall-auf-su/) Als besondere Ehre empfindet Beuermann es, durch den russischen Generalkonsul, Herrn Schmagin, für den 21. Juni nach Bonn eingeladen zu sein, um dort unter anderem mit russischen Veteranen einer Gedenkstunde beizuwohnen.