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Die 10 wehrt sich gegen die drohende Schließung

Wenn Jugendliche und junge Erwachsene sich an 'die 10' in Solingen wenden, haben sie oft schon einen langen schweren Weg hinter sich. 'Die 10' ist ein sozialer Anlaufpunkt und eine Notschlafstelle für Menschen zwischen 14 und 27 Jahren. Hier wird Menschen unbürokratisch seit über 20 Jahren erfolgreich geholfen. Nun soll sie geschlossen werden. Betroffene und Mitarbeiter gingen deshalb mit einer Schlafsack-Demo vor das Rathaus und in die Ratssitzung um sich dagegen zu wehren.


Die Hilfeleistungen der '10' gehen weit über eine einfache Notschlafstelle hinaus. Junge Menschen erarbeiten sich hier zusammen mit dem Team der SozialarbeiterInnen neue Lebensperspektiven. Außerdem werden sinnvolle Freizeitangebote wie Sport und Wochenendseminare organisiert, um Jugendliche von der Strasse zu holen, für die man in unserer Gesellschaft offensichtlich keinen Platz hat. Alkohol, Drogen und in den meisten Fällen familiäre Schwierigkeiten, das sind die Probleme mit denen sich Menschen an 'die 10' wenden. Sie ist Zufluchtsort bietet Obdach, löst Probleme und eröffnet Perspektiven.


"Das OB Norbert Feith und Kämmerer Weeke offensichtlich Lichtjahre von derartigen Problemen entfernt sind, beweist nun die drohende Schließung dieser Einrichtung. Soziale Probleme, Arbeitslosigkeit, schlechte Bildung, Drogen und Alkohol - alles das sind Folgen einer gnadenlosen Ellenbogengesellschaft in der kein Platz für sozial benachteiligte Menschen mit Problemen ist. Dafür ist nicht zuletzt die Politik verantwortlich. Es ist unerträglich das die Politik sich nun so aus der Verantwortung stehlen will und diese jungen Menschen im Stich lässt", erklärt Karina Ossendorff, Landtagskandidatin und Sprecherin DIE LINKE.Solingen.


Ossendorff erklärt weiter: „Mit seinen Sparvorschlägen beraubt sich OB Feith seiner eigenen Glaubwürdigkeit, wenn er behauptet, Familie, Bildung und bürgerschaftliches Engagement seien vom drastischen Sparen ausgenommen. Das Gegenteil ist der Fall, man will es im Landtagswahlkampf nur nicht laut sagen. Stattdessen will man die jungen Menschen direkt der Verantwortung des Jugendamtes unterstellen. Das ist, genau wie so vieles in der Solinger Kommunalpolitik, nicht weit genug gedacht. Denn volljährige Jugendliche und junge Erwachsene fallen komplett durch dieses Raster. Für sie soll dann die ARGE zuständig sein.“


Wie diese Zuständigkeit aussieht weiß jeder, der mit der ARGE schon einmal zu tun hatte. Wer Terminen oder Auflagen nicht pünktlich nachkommt und wer nicht nachweisen kann, dass er sich intensiv um Arbeit bemüht hat wird mit Sanktionen abgeestraft. In der Regel bedeutet dies, dass keine Gelder mehr gezahlt werden. Eine solche Abfertigung ist genau der falsche Weg, um jungen Menschen mit massiven Problemen zu helfen. Längst nicht jeder ist den Anforderungen unserer Gesellschaft gewachsen. In einem Land, dass mit dreistelligen Milliardenbeträgen seine Banken retten kann, muss auch für diese Menschen bedingungslos Platz sein.


In der Solinger Verwaltung interessiert dies offensichtlich nur wenige. DIE LINKE lehnt die Schließung der '10' ebenso ab, wie den gesamten Solinger Sparhaushalt. Diese Ablehnung gründet jedoch nicht auf Inkompetenz, wie so gern unterstellt. Solingen muss jährlich etwa 45 Millionen Euro einsparen um die Entsendung des gefürchteten Sparkommissars zu verhindern. Dieses Sparziel ist real nicht zu erreichen, wir werden den 'Sparkommissar' in zwei Jahren also kaum verhindern können. Doch statt sich für eine stärkere Entlastung der Kommunen einzusetzen, folgt man lieber in vorauseilendem Gehorsam der Berliner Politik und demontiert die eigene Stadt. Was aus Solingen wird scheint bei den Verantwortlichen niemanden zu interessieren. DIE LINKE kämpft dafür, dass Solingen auch nach schwarz-gelb noch eine Zukunft hat. mehr Bilder

 

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