
Eine Realsatire von Peter Pöttgen, Solingen / In Solingen wird es wohl in Zukunft keine Liebe mehr geben. Zumindest für jene, die kein Geld haben. Denn: Das „Schnackseln“, wie es Fürstin Gloria zu Thurn und Taxis es einst so schön bezeichnete, wird steuerpflichtig werden. Solingerinnen und Solinger, die Steuern sparen wollen, werden sich wohl in Zukunft mehr mit sich selbst beschäftigen müssen, wenn es nach den lustigen Sparvorschlägen geht, mit denen OB Feith und Kämmerer Weeke die Stadt retten wollen.
In einer ohnehin bis zur totalen Unattraktivität runter regierten Stadt hat auch niemand mehr Lust auf Sex, so hofft man im Rat der Stadt. Und dahinter steht sogar noch ein tieferer Sinn, den man den Initiatoren auf Anhieb gar nicht zutrauen möchte. Ohne Sex - keine Kinder mehr - ohne Kinder spart man Kindergärten - Schulen - kann die Hauptschule und die Realschule abschaffen und überlässt den Sex den wohlhabenden und genetisch wertvollen Leistungsträgern Solingens.
Irgendwann nimmt die Solinger Bevölkerung dann soweit ab, dass vielleicht keine Hartz IV Empfänger mehr in Solingen leben, außer zwei oder drei. Vielleicht gibt es auch keine Wähler mehr? Und wir wissen ja, wo kein Kläger da kein Richter und wo kein Wähler da auch keine verlorene Wahl, egal wie inkompetent man auch ist. Froh sein können die Solingerinnen und Solinger auch noch. Welche Stadt oder welche Kommune kann sich schon damit rühmen, dass der OB die Gegebenheiten des örtlichen Rotlichtbezirks derart gut kennt, dass er genau weiß, wo was zu holen ist.
Für die SolingerInnen, die ihr Heidebad, ihre Festhalle und ihr Stadion behalten möchten ist deshalb die Devise der kommenden Jahre klar gerahmt: Mehr Sex - mehr Steuern! Deshalb heißt es ab heute in Solingen: Schnackseln, schnackseln, schnackseln... bis die Stadt entschuldet ist. Vielleicht treffen sie ja auch mal den Oberbürgermeister beim Herrengedeck?
P.P.