
„Der Vorschlag der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU), berufstätigen Angehörigen im Pflegefall von Familienmitgliedern eine zweijährige Pflegezeit zu ermöglichen, klingt nur auf den ersten Blick gut. Tatsächlich ist das der Versuch eines Kostensparmodells, um die Lasten von Pflege und Betreuung allein den Angehörigen aufzubürden“, erklärt Karina Ossendorff, Solinger Kreissprecherin und Landtagskandidatin der Partei DIE LINKE.
Ossendorff weiter: „Zudem löst der Vorstoß nicht das Problem, dass insbesondere Frauen durch die Pflege von Angehörigen dauerhaft aus dem Berufsleben ausscheiden. Der Staat darf eine aufopfernde Pflege von Angehörigen nicht boykottieren indem er versucht, sich gänzlich aus der Verantwortung zu ziehen.
Nach den Vorstellungen von Kristina Schröder sollen Angehörige mindestens zu 50 Prozent weiterarbeiten. Da Pflegebedürftigkeit aber häufig überraschend und kurzfristig eintritt, müssen Angehörige die Möglichkeit haben zeitlich befristet ihre Berufstätigkeit vollständig ruhen zu lassen. Und sie müssen dabei einen Anspruch auf Lohnersatzleistungen haben. Zudem kann es nicht sein, dass berufstätige Frauen und Männer, die sich der schweren Aufgabe der Pflege von Angehörigen widmen, nach ihrer Rückkehr ins Berufsleben, die Pflegezeit mit Abschlägen von 25 Prozent auf ihr Gehalt abbezahlen.“