
Trotz Kälte und Regen kamen mehrere Hundert Besucher zum Fronhof in Solingen, um u.a. Sahra Wagenknecht zu sehen und zu hören. Zuvor sprachen Patrick Tiemann (Linksjugend [solid]), der sich zur geplanten Schliessung der Notschlafstelle "10" äußerte, und unsere Direktkandidatin für den Landtag, Karina Ossendorff. Auch die Direktkandidatin für den Wahlkreis Wuppertal III - Solingen II, Susanne Herhaus, stellte sich und ihre Positionen in einem Interview ausfühlich vor.
Das trotz des schlechten Wetters eine sehr gute Stimmung auf unserem kleinen Fest herrschte, verdanken wir zu einem sehr großen Teil der großartigen Vorstellung der Düsseldorfer Band Rubberducky. Mit der tollen Mischung aus wunderschönen Songs und fetzigem Rock hatte die Band den Geschmack aller Altersklassen unserer Besucher punktgenau getroffen. Möglich wurde der reibungslose Ablauf und der exzellente Sound aber erst durch unsere Techniker, die unserer kleinen Veranstaltung einen durchweg professionellen Charakter verliehen.
Eine amüsante Anekdote gibt es zur Veranstaltung auch noch zu berichten. CDU und FDP hatten großspurig, auch über den Radiosender RSG, einen großen Kehraus der LINKEn angekündigt. Man wollte die Linken aus Solingen fegen. Mit zahlreichen Besen erschienen die Putzfrauen zum großen Kehraus. Wie für Reinigungskräfte üblich, rückte man erst an, als die Veranstaltung gelaufen, und der größte Teil der Leute bereits gegangen war.
Unter Beifall, und zur großen Belustigung unserer BesucherInnen und unserer Mitglieder, stellten die beiden politischen Kräfte von CDU und FDP dann erfolgreich unter Beweis, dass gute Organisation, planvolle Koordinierung und effektive 'gut geleistete Arbeit' bei weitem nicht zu den Kernkompetenzen der schwarz-gelben Koalition gehören. Der Platz war nach dem Besuch der Putztruppe dreckiger als vorher. Unsere BesucherInnen amüsierten sich indes 'wie Bolle'. Dafür vielen Dank!
Während ein Teil der Aktionisten teils orientierungslos, teils schüchtern in der Ecke stand, fegte der andere Teil wild durcheinander und verteilte den Dreck gleichmäßig in der Landschaft, statt vernünftig für Ordnung zu sorgen. Der direkte Vergleich dieser schwarz-gelben Putzparty mit den politischen Leistungen der Regierungskoalition in Berlin drängte sich dem Betrachter, auch bei allem Mitleid für diese hilflose Aktion, unweigerlich auf.
Als, aus unserer Sicht großartigen Versuch, bezeichnet DIE LINKE.Solingen die Idee unserer politischen Gegner, die Popularität Sahra Wagenknechts' für den eigenen Wahlkampf zu nutzen. Denn die Art, mit der die BesucherInnen unserer Veranstaltung diese Putzaktion aufnahmen, gönnen wir den politischen Putzfrauen von Herzen.
Leider scheint körperliche Arbeit der Amateurmannschaft aber nicht so ganz zu liegen. Den angebotenen Mindestlohn von einem Euro wollte keiner der Reinigungskräfte annehmen. Das Zurückweisen unseres Geldes empfanden wir, ausgehend von den üblichen Finanzpraktiken der CDU, als sehr irritierend. Trotzdem sieht DIE LINKE.Solingen aufgrund mangelnder (Putz-) Kompetenz in näherer Zukunft keine Möglichkeit zur weiteren Zusammenarbeit.
Zum Schluss kann man zusammenfassend sagen, dass unsere Direktkandidatinnen Susanne Herhaus und Karina Ossendorff unseren BesucherInnen tatsächlich aus der Seele sprachen. Großen Eindruck hinterließ Sahra Wagenknecht. Nach ihrer Rede wurde ihr gesamter Vorrat an Autogrammkarten, natürlich signiert, in den Taschen zufriedener SolingerInnen mit nach Hause genommen. Sound und Musik waren erstklassig.
Wir, DIE LINKE.Solingen, möchten uns bei allen Beteiligten des gestrigen Tages dafür bedanken, dass sie zu diesem friedlichen, unterhaltsamen und zum Schluss eben auch humoristischen Tag soviel beigetragen haben.