Es war eine gute Sache,dass am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 66Jahren ein Vertreter der Sinti und Roma,der sogenannten Zigeuner,vor dem Deutschen Bundestag das Wort ergreifen durfte.
Seit dem Jahre 1996 ist der 27.1. Nationaler Gedenktag, der an die Opfer Nationalsozialistischer Gewalt erinnern soll.
Klar wurde durch die Rede des holländischen Sinto Zoni Weisz, daß zum Thema Holocaust längst nicht alles was notwendig ist gesagt worden ist,
Sechs Millionen Juden sind durch den Holocaust umgekommen,wurden von Deutschen ermordet.Wenig im Bewustsein der Deutschen,und nicht nur der Deutschen,ist die traurige Tatsache,daß auch etwa 500.000 Sinti und Roma in der Zeit des Nationalsozialismus in deutschen Konzentrationslager ermordet wurden.Desshalb war es gut ,daß am 27.1. dieses Jahres Zoni Weisz vor dem Bundestag diese Tatsache der deutschen Öffentlichkeit in Erinnerung brachte. Zigeuner,damals so genannt, waren als Minderheit in Deutschland nicht beliebt und nach der Machtergreifung durch die Nazis ab 1933 massiven Verfolgungen ausgesetzt.
Schon seit Jahrhunderten mussten Sinti und Roma in vielen europäischen Ländern Ausgrenzungen und Benachteiligungen erdulden. Der Massenmord an dieser Minderheit war der traurige Höhepunkt in der Geschichte dieses Volkes.
Weisz wies in seiner Rede daraufhin ,daß sich nach 1945 die Lage für Sinti und Roma keineswegs schlagartig gebessert hat.So werden in verschiedenen osteuropäischen Länder noch heute, im Jahre 2011 Sinti und Roma verfolgt. In Ungarn sind sie Repressialien durch Neonazis ausgesetzt und an Gaststätten gibt es Schilder mit der Aufschrift " Für Zigeuner verboten".
Deutsche Behörden haben noch im Jahre 1980 Sinti und Roma mit Erfassungsmethoden aus der Nazizeit traktiert.
Es war Helmut Schmidt der als damaliger Bundeskanzler am 17. März 1982 eine Delegation unter Führung von Romani Rose empfangen und den Völkermord an Sinti und Roma als solchen benannt hat.
Doch wie verhält sich die Politik der Bundesrepublik zu diesem Völkermord ?
Es ist richtig das unser Land Juden aus Osteuropa bittet sich in der Bundesrepublik anzusiedeln um wieder jüdisches Leben in Deutschland zu ermöglichen.Ein kleiner Schritt der Wiedergutmachung am jüdischem Volk.
Aber wäre es nicht genauso wichtig und notwendig dem Volk der Sinti und Roma ähnliche Angebote zu machen.Sind wir Deutsche es nichtt den Nachkommen der 500000 ermordeten Sinti und Roma schuldig,sie einzuladen,wenn sie wollen,sich dauerhaft in der Bundesrepublik anzusiedeln ?Stattdessen wurden und werden Sinti und Roma,auch wenn sie asylsuchend sind,ausgewiesen und abgeschoben in Länder wo sie verfolgt werden und keinerlei Lebensgrundlage vorfinden.
Es ist ein makaberer Gedanke,doch er bietet sich an,was würde geschehen wenn verfolgte Juden aus der Bundesrepublik ausgewiesen würden? Die ganze zivilisierte Welt würde derartiges Verhalten zu Recht verurteilen.
Desshalb,auch desshalb ,müssen verantwortliche Deutsche fordern:
Schluss mit dem Abschieben von Sinti und Roma,für ein dauerhaftes Bleiberecht in unserem Lande.
Solingen Februar 2011 Werner Böwing
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