Buchtipp

Erinnerungen an den Versuch, mit einer Luftpumpe die Windrichtung zu ändern (Broschiert)


von Johannes Rau (Vorwort), Klaus Vack (Vorwort), Klaus Wiesehügel (Vorwort), Bettina Vollmer (Bearbeitung), Manfred Krause (Bearbeitung), Werner Böwing (Autor), Solinger Geschichtswerkstatt e. V. (Herausgeber)

  • ISBN-10: 398054432X
  • ISBN-13: 978-3980544320
 

Vortrag


Wie es früher einmal war

 

Aktiv in Solingen und im Bund: Werner Böwing

Wir brauchen mehr Gerechtigkeit! Ein Leben für Politik und Frieden

Werner Böwing

Das Arbeiterkind aus der Nähe von Leipzig blickt auf eine „bewegte“ Kindheit zurück. Weil der Vater durch seine Arbeit im Straßenbau ständig seinen Wohnort wechseln musste, hat Werner 15 mal die Schule gewechselt – ständig zog die Familie von Baustelle zu Baustelle.

1939 sollte er im „Potsdamschen Großen Militär-waisenhaus“ wegen besserer Bildungsmöglichkeiten zur Schule gehen. Ein Jahr hielt er es in der ehemals Preußischen Kadettenanstalt aus. Geprägt wurde dort seine Abneigung gegen alles Militärische. Bis 1943 besuchte er dann wieder die Zwergschule in Retzow. Es folgte eine Lehre als Zimmermann.

Als im Juli 1944 die Russen immer mehr Richtung Westen vorrückten, meldete er sich mit einem Freund „kriegsfreiwillig“. Einige Wochen vor Kriegsende, im März 1945, ging es in Nienburg an der Weser an die Front. Es war eine kurze Episode, denn Mitte April war Schluss und ohne, dass er auch nur einen Schuss abgegeben hatte, ging es in die Kriegsgefangen-schaft – die dauerte bis 1948! 

Für drei Wochen Soldatsein war Werner Böwing drei Jahre hinter Stacheldraht.

Heimgekommen ins Elterhaus setzte er seine Lehre fort. Zwei Vorsätze hatte er mitgebracht: nie wieder eine Waffe in die Hand zu nehmen und nie wieder Wegsehen wenn irgendwo Unrecht geschieht.

zu Werner Böwing's Kolumne

Warum ich Sozialist bin

Du fragst mich, warum ich Sozialist bin.

 

Ich will versuchen, Dir kurz zu antworten.

 
Heinrich Heine schrieb 1844 in seinem Gedicht
"Deutschland ein Wintermärchen " den Satz:
"Es wächst hienieden Brot genug für alle Menschenkinder".....
Dieser Satz ist noch immer aktuell,

denn es ist genug für Alle da!

Wenn trotzdem zigtausend Menschen jeden Tag, also auch Gestern und Heute und Morgen sterben, weil sie nicht genug zu essen haben und weil ihr Trinkwasser verschmutzt und verseucht ist,

wenn die Mehrzahl der Menschen auf dieser Erde sich nie oder nur selten satt essen kann,dann ist das kein Problem des Mangels, es ist das Problem einen falschen,einer zum Himmel schreienden ungerechten Verteilung.

Verteilen hat hat auch etwas mit Teilen zu tun.

Ungerechte Verteilung kann man ändern.

Sozialisten müssen ihre Mitmenschen davon überzeugen,dass ungerechte Verteilung
geändert werden muß.

Du fragst,warum ich Sozialist bin.

Fragst Du noch immer ?

 
Werner Böwing,November 2005

 

Und hier ein paar aktuelle Zahlen und Argumente:

 
Nach Informationen der UN-Organisation für Landwirtschaft und Ernährung FAO leiden mehr als 850 Millionen Menschen an chronischer Unterernährung.
Jährlich sterben bis zu 30 Millionen Menschen an Hunger und dessen Folgen.
Über die Hälfte der Weltbevölkerung lebt von weniger als 1Euro und 72 Cent pro Tag.
Dieses Elend ist weder Gottes Wille,noch eine Folge von Naturkatastrophen. Dieses Elend hat einen Namen:

KAPITALISMUS

Welt-Anschauung:

Weil Wenige zu Viel haben haben Viele zu Wenig.

 
Armut und Reichtum sind nicht gottgewollt
sondern menschgemacht.
Menschgemachtes kann man ändern.

Stationen meines politischen Lebens
  • seit etwa Mitte der 50er Jahre vergeblicher Kampf gegen Remilitarisierung Mitglied bei den Kriegsdienstverweigerern, dort 10 Jahre im Bundesvorstand
    • Aktiv in „Kampf dem Atomtod“
    • Aufbau der Ostermarschbewegung in NRW
    • „Notstand der Demokratie“
    • seit 1957/58 in der IG Bau, dort 10 mal zum Geschäftsführer gewählt
    • seit Anfang der 60er Versuche linker Menschen, eine linkere Politik durchzusetzen. Kontakte zu Abendroth, Agarz, Moneta, Heiner Halberstadt, Erich Meinicke, Fritz Lamm und Helga Einsele.
    • 1981 Mitarbeit und Sprecher im „Solinger Friedensforum“
    • Dez. 1999 Austritt aus der SPD, u.a. als Protest gegen die deutsche Beteiligung an der Bombardierung serbischer Städte
    • 2002 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes für sein Engagement in der Wohnungsbaugenossenschaft (Solinger Spar- und Bauverein – SBV) und in der Friedensbewegung
    • 28.01.2005 Gründungmitglied der WASG
    • seit Juni 2007 Mitglied der Partei DIE LINKE.
    • März 2008 Berufung in den Ältestenrat der Partei DIE LINKE.