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Geldesel

Es geht wieder aufwärts: Mehr Millionäre!

Wo früher im Bundestag über Millionen lange hin- und herdiskutiert wurde, werden jetzt Milliarden ohne größere Diskussion bewilligt. Corona macht es möglich. Insbesondere in der Großindustrie war das Gejammer groß, von der Automobilindustrie bis zu den Logistikkonzernen wollte jeder staatliche Unterstützung. Früher hatte man uns immer erzählt, die Unternehmer dürften so reich sein, weil sie ja auch das „unternehmerische Risiko“ tragen würden. Von diesem Risiko will jetzt keiner mehr etwas wissen.

Das Geld sitzt neuerdings locker: Mit „Förderprogrammen“, „Soforthilfen“ und „Rettungspaketen“ gibt die Regierung Milliarden aus. Allein die Lufthansa bekam 9.000.000.000 Euro, die Automobilindustrie bekam 4.800.000.000 Euro - davon die Logistikunternehmen mehr als 1.000.000.000 Euro für den Kauf neuer LKWs.

Dabei gibt es in der Corona-Zeit nicht nur Verlierer. Die Automobilindustrie freut sich gerade über erhöhte Umsätze, die Pharmaindustrie hat Milliardenverträge abgeschlossen und die großen Versandkonzerne verdienen sich eine goldene Nase. Insbesondere die Superreichen verdienen. Sie sind die großen Gewinner einer Geldpolitik, die ihre Vermögenswerte aufbläst und zugleich für eine weitere Konzentration der Vermögen in ihren Händen sorgt. Ihre Werte lagern in Bargeld, Wertpapieren, Firmenanteilen, Immobilien und weiterem Vermögen. In Deutschland liegen auf Platz 1 der Milliardäre die ALDI-Erben Beate Heister und Karl Albrecht Junior. Sie besitzen aktuell 34,4 Milliarden Euro, dicht gefolgt von Dieter Schwarz, dem zweitreichsten Deutschen. Der 80-Jährige ist Eigentümer von Lidl und Kaufland und besitzt aktuell Vermögenswerte von rund 30 Milliarden Euro. Von Beruf Tochter ist Susanne Klatten. Als reichste Frau Deutschlands gehört ihr 19,2 Prozent von BMW. Der Wert ihres Vermögens beträgt 20,2 Milliarden Euro. Da muss sich ihr Bruder Stefan Quandt mit „nur“ 15,1 Milliarden Euro fast schämen. In der Corona-Krise wird viel bestellt, da braucht es Logistik-Unternehmen, die die Waren transportieren. Klaus-Michael Kühne von Kühne + Nagel lässt in mehr als 100 Ländern 60.000 Logistikangestellte für sich arbeiten. Der Milliardär besitzt mit seinem Konzern 14,6 Milliarden Euro. Unter den Milliardären sind aber auch Exoten, von denen man gar nicht glaubt, womit man unverschämt reich werden kann, zum Beispiel Axel „Toffifee“ Oberwelland (Storck-Gruppe) oder die „Paulaner-Witwe“ Alexandra Schörghuber. Wie man sein Geld mit den Armen macht, die sich nicht viel leisten können, zeigt uns Christian Haub von der Tengelmann-Gruppe. Ihm gehören große Anteile an den Billig-Discountern Kik und Tedi.

Mittlerweile gibt es in Deutschland 119 Milliardäre, die auf ein Gesamtvermögen von 595 Milliarden Dollar kommen. Vor Corona lag diese Summe noch bei 500,9 Milliarden Dollar (2019). Aber auch die Millionäre legten zu: Ihre Zahl hierzulande stieg um 58.000. Bisher gab es 2,1 Millionen Deutsche, die eine Million Euro oder mehr an Vermögen besitzen.

Die Corona-Krise hat die enormen sozialen Ungleichheiten unserer Gesellschaft nicht nur offengelegt, sondern vertieft. Binnen weniger Wochen standen Scheinselbstständige, Leiharbeiter*innen und Kulturschaffende vor dem finanziellen Aus, viele Studierende waren plötzlich ohne Nebenjobs. In vielen Branchen drohen Entlassungen oder dauerhafte Kurzarbeit. Die Pandemie hat die Spaltung in Stammbeschäftigte und Kolleg*innen in Zeitarbeit oder mit Werkverträgen vertieft. Während die Folgen der Covid-19-Pandemie zahlreiche Existenzen bedrohen, wirkt Corona bei Millionären und Milliardären wie ein Reichtumsbeschleuniger. Sie besitzen die Aktienpakete, die in der Krise zugelegt haben.

Dabei ist in Deutschland der Unterschied zwischen Normalverdienern und Superreichen besonders ausgeprägt: Ein Prozent der reichsten Leute besitzen 35 Prozent des gesamten Vermögens im Land, verglichen mit 22 Prozent in Frankreich und Großbritannien. Zahlen müssen diese 1 % der Bevölkerung kaum: Die Vermögenssteuer wurde 1996 als „ungerecht“ abgeschafft.

Die LINKE fordert für die Superreichen eine einmalige Vermögensabgabe auf 10 - 30 Prozent des Vermögens und die Wiedereinführung der Vermögenssteuer.


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