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Alexandra Mehdi

Konsequenter Klimaschutz im Kapitalismus – ein Widerspruch?

Klimaschutz ist zweifelsohne eines der Top-Themen unserer Zeit und auch dieser Bundestagswahl. Die Flutkatastrophe, die auch Solingen schwer erschüttert hat, trägt sicherlich weiter dazu bei, dass die Menschen sich mit den Themen rund um Natur und Umwelt beschäftigen.

Das wissen auch die politischen Parteien und setzen sich zum Teil gezwungenermaßen mehr oder weniger intensiv damit auseinander. Sichtbar für alle wird dies natürlich im aktuellen Stadtbild, im Bundestagswahlkampf. Wir können an dieser Stelle ein kleines Quiz machen -  Welcher Spruch ist von wem?

  1. Jetzt! Klimaziel: Bus und Bahn überall und kostenlos,
  2. Klima schützen, Jobs schaffen,
  3. Am Klimaziel führt kein Weg vorbei,
  4. Klimaschutz für Wohlstand und sichere Arbeitsplätze.

Aufmerksamen Leser*innen dürfte jetzt bereits auffallen, dass von den „größeren Parteien“ ja eine fehlt - in der Tat, die FDP. Klimaschutz ist ihnen wohl kein eigenes Themenplakat wert.

Aber lösen wir das Quiz schnell auf, denn es verdeutlicht im Grunde nur, wie austauschbar und wenig informativ leider Wahlplakate sind: 1. LINKE, 2. CDU, 3. Grüne, 4. SPD.

In der Zeitschrift der Solinger LINKEN ist es nun wenig überraschend, dass die konkrete Forderung zur Erreichung von Klimazielen unser Favorit ist. Die Verknüpfung von echten  Klimazielen mit der so genannten „sozialen Frage“,  sei es der Arbeitsplatzsicherheit, der Mobilität oder dem Wohnungsbau, ist für uns  ohnehin ein Muss. Ein Muss wäre es allerdings auch, in der gesamten Auseinandersetzung rund um die Themenkomplexe Klima, Natur und Umwelt nicht nur die Symptome zu bekämpfen und irgendwie gegenzusteuern, sondern den Ursprung zu suchen.

Warum beuten Menschen eigentlich Natur und Umwelt so sehr aus, dass dieser Planet für Tiere, Pflanzen und auch uns selber zur Bedrohung wird? Die Antwort ist leider ziemlich einfach und bedrückend: Weil wir es können und weil es Menschen gibt, die davon profitieren.

  • Obwohl genug Studien belegen, dass der Flächenverbrauch massiv reduziert werden muss, bebauen wir die „grüne Wiese“, egal ob im Ittertal oder in Widdert.
  • Obwohl wir wissen, dass der ÖPNV das ökologischste Transportmittel ist, bauen wir ihn nicht massiv aus, sondern setzten immer wieder den Rotstift an.
  • Obwohl wir wissen, dass  diese Klimakrise kein abstraktes  Szenario ist, sondern uns in Form von Flutkatastrophen und Dürren mittlerweile auch in Solingen trifft, machen wir weiter so.

Weiter so im Glauben an eine Wirtschaftsordnung, die offensichtlich die Interessen einiger Weniger bedient, nämlich die, die tatsächlich auf Kosten von Umwelt, Natur und vielen anderen Menschen noch Profite machen.

Diese Wirtschaftsordnung  hat weltweit gezeigt, dass sie nicht „heilig“ ist und der „Markt“ das ganz sicher nicht regelt, sondern die Profit- und Wachstumslogik des Kapitalismus der Kern des Übels ist. Auch wenn Spiele in Form von einem Quiz erheiternd sein können, die Zeit für  Doktorspiele in Sachen Klimaschutz ist längst abgelaufen. Zu dem sehr konkreten Plakat der LINKEN für einen kostenlosen und flächendeckenden Bus- und Bahnverkehr müsste noch ein weiteres:

„Klimaschutz gibt’s nur ohne Kapitalismus “.


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