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Shoan Vaisi (im Interview)

Ein Flüchtling für den Bundestag

Für die Bundestagswahl 2021 hat sich DIE LINKE in unserem Wahlkreis dazu entschieden, einen Flüchtling aufzustellen und damit ein Zeichen in der Gesellschaft zu setzen.

 

Mohamad Shoan Vaisi lebt seit seiner Flucht 2011 in Deutschland. Er ist Sozialarbeiter, 31 Jahre alt, verheirat und hat ein Kind. Er will sich für die Interessen von Flüchtlingen stark machen, die mit uns in diesem Land leben. Darüber hinaus engagiert er sich in der Familienpolitik und gegen Kinderarmut.

lebensstadt: Shoan, warum bist Du nach Deutschland gekommen?

Shoan: Ich bin 1990 in Sanandaj im Iran geboren. Schon seit meiner Jugend bin ich politisch aktiv, denn als Kind einer kurdischen  Familie im  Iran habe ich schon früh Unterdrückung erfahren. Als Mitglied der kurdischen Linken habe ich mich besonders  für Frauenrechte  und  eine  demokratische Gesellschaft eingesetzt.
Wegen meines Einsatzes gegen die Unterdrückung von Frauen musste ich 2011 aus meiner Heimat dem Iran zu Fuß in die Türkei flüchten. Von dort ging meine Flucht über Griechenland weiter nach Deutschland.
Hier angekommen lernte ich  ein Teil  der  Probleme  kennen,  die  für  Geflüchtete bis heute Alltag sind.
So wurde mein Abschluss nicht anerkannt, weswegen ich zum zweiten Mal und in einer neuen Sprache studieren musste.  In all diesen Jahren habe ich mich immer politisch engagiert gegen das, was mich Jahre zuvor zur Flucht trieb: Rassismus, Diskriminierung und Ausbeutung.
Ich setze mich für eine Politik ein, die die Interessen aller Menschen, unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Religion, ihrem Geschlecht und ihrer sexuellen Orientierung vertritt.

lebensstadt: Für was möchtest Du Dich stark machen?

Shoan: Solltet Ihr mich wählen, möchte ich im Bundestag vor allem für zwei Themen streiten: Für eine bessere Perspektive für alle Kinder und Jugendlichen und für eine solidarische Flüchtlingspolitik.
Die  Flüchtlingspolitik  muss endlich abkehren vom System der  Abschottung.  Stattdessen brauchen wir sichere Fluchtwege und den Kampf  gegen Fluchtursachen. Das bedeutet ein Ende von Auslandseinsätzen und der Unterstützung von Regimen.
Es bedeutet auch den Einsatz und die Unterstützung für all die mutigen Menschen, die Geflüchtete retten und ihnen in Deutschland helfen Fuß zu fassen. Hier angekommen müssen Geflüchtete deutlich schneller sichere  Aufenthaltstitel, mehr Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Partizipation und eine bessere Anerkennung von Abschlüssen bekommen.
Kinder  und Jugendliche in Deutschland, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, unabhängig von   ihrem Geschlecht, brauchen Sicherheit und Perspektiven für ein besseres Leben.
Obwohl die Gesellschaft so reich ist, leben viele Kinder in Armut.
Allein in Solingen wächst fast jede vierte Kind in Armut auf. Diese Kinder haben wenig Chancen im Bildungssystem aufzusteigen, weil das Bildungssystem Ungerechtigkeiten festigt. Dies müssen wir als Linke ändern. Ich streite für eine Anerkennung der besonderen Bedürfnisse von Kindern aus armen und/oder migrantischen Familien.

Dafür bitte ich um Ihre Unterstützung.


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