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Wer bist du, und warum kandidierst du für DIE LINKE in Solingen?

Ich bin Björn Beinroth (41), queerer, behinderter Christ – links, sichtbar – und ich kandidiere für ein vielfältiges Solingen ohne Angst. Für alle, die sonst übersehen oder angegriffen werden: Wir gehören dazu. Die Linke ist für mich die einzige Partei, die konsequent gegen rechts steht, das Leben marginalisierter Menschen schützt und in den Mittelpunkt stellt.

Was magst Du aus dieser Perspektive in und an dieser Stadt und was siehst Du besonders kritisch?

Ich bin vor sieben Jahren beruflich nach Solingen gekommen und wollte eigentlich weiter nach Köln – doch dann habe ich in St. Sebastian Pfarrer Funke kennengelernt, der mir eine wunderbare Wohnung vermittelt hat. Seitdem lebe ich im Herzen der Gemeinde Liebfrauen und engagiere mich dort aktiv. Solingen ist für mich zur Heimat geworden – durch Menschen, die offen sind, helfen und verbinden statt ausgrenzen.

Für welche politischen Themen in Solingen stehst Du persönlich besonders und warum?

Ich setze mich besonders für Vielfalt, Antifaschismus, Teilhabe und Gesundheit ein. Als selbst mehrfach marginalisierte Person weiß ich, wie wichtig sichere Räume und soziale Unterstützung sind. Niemand soll sich in Solingen verstecken müssen oder durch Armut, Krankheit oder Herkunft ausgeschlossen werden.

Was ist dein wichtigstes politisches Ziel für Solingen? Warum liegt dir das besonders am Herzen?

Mein wichtigstes Ziel ist ein konsequent antifaschistisches Solingen mit einer stabilen, sozialen Gesundheitsversorgung. Rechte Hetze, Ausgrenzung und Gewalt dürfen hier keinen Platz haben – genauso wenig wie überlastete Praxen, Pflegekräfte am Limit oder Menschen, die keine oder schlechte medizinische Hilfe erhalten. Gesundheit ist ein Menschenrecht – genauso wie ein Leben ohne Angst.

Was bedeutet soziale Gerechtigkeit für dich – ganz konkret hier in Solingen?

Soziale Gerechtigkeit heißt für mich: barrierefreie Teilhabe, sichere medizinische Versorgung und ein Leben ohne Angst oder Diskriminierung – auch in Solingen. Jeder Mensch soll hier gleichberechtigt leben können, unabhängig von Herkunft, Behinderung, Geschlecht oder Geldbeutel. Es geht darum, als Mensch gesehen und respektiert zu werden – nicht erst nach dem Nachweis von Leistung.

Welche Probleme in Solingen werden deiner Meinung nach übersehen – und wie willst du sie angehen?

n Solingen wird die Überlastung des Gesundheitssystems viel zu oft übersehen – mit dramatischen Folgen: lange Wartezeiten, keine Behandlung, private Bevorzugung und Fehler durch fehlendes Personal. Gleichzeitig wird rechter Hass nicht ernst genug genommen – selbst nach Übergriffen, Drohungen und Gewalt. Wer das kleinredet, riskiert Menschenleben.

Wenn du nur eine Veränderung in Solingen sofort umsetzen könntest – welche wäre das?

Ein Gesundheitssystem in Solingen, das jeden Menschen gleichbehandelt – ohne Profitdruck, mit ausreichend Personal und echter Fürsorge. Und eine Stadt, die barrierefrei, inklusiv und frei von Menschenfeindlichkeit ist – in der alle sicher, sichtbar und in Frieden leben können.

Was unterscheidet Die Linke Solingen von anderen Parteien im Stadtrat und seinen Gremien, vor allem in Zukunft?

Die Linke Solingen steht als einzige Partei kompromisslos für ein solidarisches Miteinander – ohne Diskriminierung, ohne Ausgrenzung, ohne Schönreden. Wir kämpfen dort, wo andere wegschauen: gegen rechte Netzwerke, für armutsbetroffene Menschen, für echte Inklusion. Menschlichkeit ist für uns keine Floskel, sondern politische Praxis.

Wie stellst du dir eine solidarische und klimagerechte Stadt konkret vor?

Eine solidarische und klimagerechte Stadt ist für mich barrierefrei – mit einem Nahverkehr, der niemanden mit Behinderung einfach an der Haltestelle stehen lässt. Sie hat Ämter, die gut vernetzt, erreichbar und digital aufgestellt sind – und ihre Zuständigkeiten transparent machen. Integration wird nicht nur verlangt, sondern gelebt – mit offener Migrationspolitik und echter Teilhabe. Und vor allem: ein freundliches, vorurteilsfreies Miteinander, geprägt von Nächstenliebe und Barmherzigkeit, was mir als Theologiestudent besonders wichtig ist.

Wie wichtig ist für Dich der Kontakt zu den Menschen in deinem Stadtteil?

Ich engagiere mich in der katholischen Gemeinde auf der Höhe und pflege auch den Kontakt zu den evangelischen Nachbar:innen – dieser Austausch ist mir sehr wichtig. Ich möchte wissen, was die Menschen bewegt, wo sie Sorgen haben, was sie sich wünschen. Nur wer zuhört, kann glaubwürdig Politik für die Menschen machen. Der ökumenische und interreligiöse Dialog sind mir dabei besonders wichtig – denn nur durch respektvolle Begegnung zwischen Konfessionen und Religionen können wir eine offene, solidarische und friedliche Gesellschaft aufbauen.

Was würdest du Menschen sagen, die denken, Politik ändere sowieso nichts?

Das System, wie es heute ist, wurde von Menschen gemacht – also können wir es auch verändern. Aber das geschieht nicht durch Meckern oder Resignation, sondern durch Handeln. Deshalb bin ich politisch aktiv geworden: Ich will den Unterschied machen – für alle, die nicht gehört werden.

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