Wer bist du, und warum kandidierst du für DIE LINKE in Solingen?
Ich kandidiere, weil ein Großteil unserer Gesellschaft von der Politik ignoriert wird. Wer zu wenig verdient, dem wird durch zu hohe Mieten und unnötige Prestige-Projekte noch mehr Geld aus der Tasche gezogen. Wir brauchen einen Ausbau des ÖPNV, Förderung von Kulturangeboten, bezahlbaren Wohnraum und Investitionen in Schulen und Kitas. Es muss endlich auch für die Vorwärts gehen, die ständig beiseitegestellt und zurückgelassen werden und wir sind euer Rückenwind!
Was magst Du aus dieser Perspektive in und an dieser Stadt und was siehst Du besonders kritisch?
Ich finde Solingen wunderschön. Von meinem Balkon aus kann ich in ein grünes Tal schauen, was mir jeden Tag versüßt, auch bei Wind und Wetter und auch die Menschen, die ich in Solingen kennenlernen durfte, sind fast durchgehend freundlich und offenherzig. Besonders kritisch sehe ich aktuell den ÖPNV. Es kann nicht sein, dass ich, um zum Hauptbahnhof zu kommen, dreimal mit dem Bus umsteigen muss und das geht ja nicht nur mir so. Ich bin sehr dankbar für mein Auto, denn ohne könnte ich mich hier wirklich nur sehr schlecht fortbewegen.
Für welche politischen Themen in Solingen stehst Du persönlich besonders und warum?
Mir liegt vor allem am Herzen, dass generell mehr soziale Gerechtigkeit geschaffen wird. Zum Beispiel indem man das Klinikum nicht privatisiert und davon bin ich ganz persönlich betroffen, weil ich auf Grund meiner Erkrankungen häufig zum Arzt und auch mal in Krankenhäuser muss. Oder indem man dafür sorgt, dass man besser mit öffentlichen Verkehrsmitteln vorwärts kommt und dass Wohnen und Leben wieder bezahlbar wird, statt zuzulassen, dass große Wohnungsunternehmen sich die Taschen vollstopfen. Solingen gehört seinen Bürgern und nicht irgendwelchen Privatgesellschaften von Superreichen.
Was ist dein wichtigstes politisches Ziel für Solingen? Warum liegt dir das besonders am Herzen?
Solingen ist konkret von steigenden Mietpreisen bedroht, weil viele Arbeiter*innen nach Düsseldorf, Köln und Wuppertal pendeln. Darum möchte ich dafür kämpfen, dass sich niemand krumm machen muss, um hier seine Miete zu bezahlen.
Was bedeutet soziale Gerechtigkeit für dich – ganz konkret hier in Solingen?
Soziale Gerechtigkeit bedeutet, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben, sich an der Gesellschaft zu beteiligen. Das aktuelle Bild der „Chancengleichheit“ lässt unglaublich viele Faktoren außer Acht, zum Beispiel, dass man mit wenig Geld auch weniger Chancen auf Bildung hat oder dass Menschen mit Behinderung und Krankheit oft aus dem Bild der Gesellschaft verdrängt werden. Anträge auf Unterstützung müssen vereinfacht werden, die Steine, die einem im Weg liegen, müssen gemeinsam fortgeräumt werden. So entsteht echte soziale Gerechtigkeit und Teilhabe, statt der mehr als zu verachtenden „jeder für sich“ Politik.
Welche Probleme in Solingen werden deiner Meinung nach übersehen – und wie willst du sie angehen?
Die Gesellschaft driftet immer weiter auseinander und das auch in Solingen. Immer wieder wird deutlich, dass es zu wenig nicht-kommerzielle kulturelle Angebote vor Ort gibt und das muss sich ändern. Es ist Zeit für Jugend- und Rentnerverbände in Selbstverwaltung, die kostenlose und niedrigpreisige Parties und Aktivitäten anbieten können. Wir brauchen mehr Veranstaltungen wie Klappstuhlkonzerte und eine kleine Bühne, auf der man als Newcomer Artist oder Gruppe auftreten kann, ohne teures Equipment kaufen zu müssen. Solingen wird wieder zur Lebensstadt, wenn die Bürger sich lebendig und verbunden fühlen können und dafür brauchen wir eine gedeihende Kultur.
Wenn du nur eine Veränderung in Solingen sofort umsetzen könntest – welche wäre das?
Ausbau des ÖPNV und kostenlose Tickets für Menschen in sozial unsicheren Situationen.
Was unterscheidet Die Linke Solingen von anderen Parteien im Stadtrat und seinen Gremien, vor allem in Zukunft?
Wir sind die einzige Partei, die sich konsequent für das Wohl der breiten Bevölkerung einsetzt. Niemand sonst bleibt sich selbst so treu wie wir, denn wir werden niemals auch nur einen Milimeter nach Rechts rücken.
Wie stellst du dir eine solidarische und klimagerechte Stadt konkret vor?
Zum einen muss eine Mobilitätswende her, denn wer nicht von sich Zuhause weg kommt, der hat keine Chance auf soziale Teilhabe. Außerdem muss das Ganze günstiger werden, man kann sich so ein Busticket ja kaum noch leisten. Darüber hinaus müssen mehr kulturelle Angebote geschaffen werden, die die Menschen wieder zusammenbringen und ein besseres Gemeinschaftsgefühl schaffen, denn mit steigender Solidatität steigt auch die Sicherheit.
Wie wichtig ist für Dich der Kontakt zu den Menschen in deinem Stadtteil?
Sehr wichtig! Ich unterhalte mich immer mit meinen Nachbarn und wir helfen einander, wo wir können. Auch, wenn ich mal so mit anderen Menschen ins Gespräch komme, mache ich mir immer eine mentale Notiz, denn es sind die kleinen Dinge, die einen großen Unterschied machen.
Was würdest du Menschen sagen, die denken, Politik ändere sowieso nichts?
Dass Politik absolut alles bestimmt, was um einen herum geschieht und dass wirklich jeder Einfluss auf das nehmen kann, was kommunal passiert. Deswegen mach den Schritt, melde dich bei uns und werde die Veränderung, die du in der Welt sehen möchtest.

